Unmöglich wäre dies ohne unsere fahrbare Hebebühne, die uns gratis von der Firma Robru zur Verfügung gestellt wird. Das Gefährt in den Strassenverkehr einzufädeln, gelingt ohne Problem, schnell finden wir auch den ersten Kasten, den wir reinigen wollen. Dann heisst es parkieren und Hebebühne ausfahren. Die Bedienung ist recht selbsterklärend, dennoch, wenn man es sich nicht gewöhnt ist, dauert es immer eine Weile, bis man alle Knöpfe wieder beherrscht. Es hilft auch nicht, dass es gefühlte -10°C sind und furchtbar windig. Der erste Kasten will es von uns wissen. Am Ende bleibt nichts anders übrig, als sich flach auf den Boden des Korbes der Hebebühne zu legen und mit den Händen die Reste der vergangenen vier Bruten aus dem Kasten zu kratzen. Diese Reste stauben wie verrückt und riechen stark nach Ammoniak. Genau betrachtet ist es nichts anderes, als eine 10-20 cm dicke Schicht aus Fäkalien und Kadaverüberresten von verschiedenen Nagetieren, Vögeln und Reptilien. Nichts, wo man bis zum Ellbogen tief reinfassen möchte. Zum Glück hat uns ein liebes Vorstandsmitglied schulterlange Plastikhandschuhe aus dem Tierarzt-Bedarf spendiert.

Auch beim zweiten Mal die Hebebühne aufstellen harzt es noch etwas. Welcher Knopf wann, wie gedrückt werden muss, ist noch nicht ganz klar. Frau Breuss von der Firma Robru ist unser Telefon- Joker. So kommen wir langsam in Fahrt, die restlichen Kästen sind dann sogar ziemlich schnell gereinigt. Der Wind bleibt aber ein Problem, war er am morgen früh noch so kalt, dass uns fast die Finger abfallen, so wird er im Laufe des Vormittags zwar wärmer, treibt uns dafür den ätzenden Neststaub ins Gesicht, was gelinde gesagt etwas unappetitlich ist.

Fazit dieses Vormittags: Sieben Standorte sind gereinigt, ein Kasten wurde neu montiert und zudem hat Stefi fünf neue Mitglieder für den Verein gewonnen.

Was bleibt, ist das dringende Bedürfnis  seine Kleider zu verbrennen, sich selbst mit Stahlwolle und Kernseife unter der heissen Dusche abzureiben und natürlich das gute Gefühl etwas für unsere Vogelwelt getan zu haben und die grosse Dankbarkeit gegenüber von Frau Breuss und der Firma Robru für Ihre Grosszügigkeit.

Sergio Wellenzohn