27 Interessierte hatten sich am Reichenauer Stau eingefunden. Es war eine verkehrte Welt. An der Winterexkursion musste man sich der Jacke entledigen und an diesem Tag konnte man sich nicht winterlich genug kleiden. Aber an die Kälte dachte man nur beim Aussteigen, danach nahmen uns die Beobachtungen in Beschlag. Nach ein paar Schritten auf dem Damm erblickten die ersten 3 Flussuferläufer auf dem bekannten Schlick. Auch Bachstelze, Schafstelze und Grauschnäpper taten sich gütlich an den Leckerbissen. Was das genau war, blieb für uns ein Rätsel. Für Menschen sieht der Schlick nicht eben appetitlich aus.

Rauchschwalben und einige Mehlschwalben flogen tief über das Wasser oder setzten sich auf die Schilfstängel. Es war ein Schauspiel. Felsenschwalben flogen über uns, manchmal auch ein Star in seiner typischen Art. Ein paar Schritte weiter sass ein hübsches Braunkehlchen auf einem Geländer, beim Zurückkommen machte eine attraktive Wasseramsel ihre Tauchübungen ganz in der Nähe.

Oben auf dem Weg hatte sich ein Schwarzmilan für eine Pause hingesetzt, was uns natürlich gelegen kam. Auf der Wiese und in den Büschen und Bäumen oberhalb des Dammes erspähten wir – welche Freude – einen Wendehals und zwei Wiedehöpfe, Steinschmätzer, Goldammern, Misteldrosseln, wir konnten den Grünspecht, die Singdrossel und den Kuckuck hören, welchen wir am steilen Hang oben auch entdeckten. Leider hatten nicht alle Geld im Sack! Am immer blauer werdenden Himmel kreisten Mäusebussarde, Schwarzmilan, Adler, ein Sperber und ein Wanderfalke. Es wird dem Leser klar sein, dass wir an diesem Tag nicht bis zum Benisboden kamen. Auf dem Weg am Hang entlang konnten wir Baumpieper beobachten, Bluthänflinge, den Zilpzalp, den Hausrotschwanz, die Mönchsgrasmücke und natürlich ihrem Gesang lauschen. Ein neuer Höhepunkt war die Entdeckung von Trauerschnäppern. Nur die Zaunammer blieb verborgen, obschon wir alle Zäune absuchten. Fast hätte ich vergessen zu berichten, dass es dann doch noch wärmer wurde.

Es war eine Exkursion der Superlative. Danke allen, die zur guten Stimmung beigetragen haben und die sorgfältig beobachtet haben, so dass es jedem möglich wurde, 42 verschieden Vogelarten zu sehen.

 

Rita Tanner

 

Gesichtete Arten:  Amsel, Bachstelze, Baumpieper, Bergpieper, Bergstelze, Blässhuhn, Blaumeise, Braunkehlchen, Buchfink, Felsenschwalbe, Flussuferläufer, Goldammer, Grauschnäpper, Grünspecht, Hänfling, Hausrotschwanz, Kleiber, Kohlmeise, Kolkrabe, Kuckuck, Mehlschwalbe, Misteldrossel, Mönchsgrasmücke, Rabenkrähe, Rauchschwalbe, Ringdrossel, Rotkehlchen, Schwarzmilan, Singdrossel, Sperber, Steinadler, Steinschmätzer, Stockente, Trauerschnäpper, Turmfalke, Wanderfalke, Wasseramsel, Wendehals, Wiedehopf, Wiesenschafstelze, Zilpzalp