Es folgen einige Kurzporträts aus den 3 Regionen mit Informationen, die mich gepackt haben.

Nord- und Mittelbünden:

Blindschleiche: Sei wird 15-20 Jahre alt und ist weit und gut verbreitet. Allerdings fehlt sie im unteren Engadin. Im südlichen Tessin gibt es eine eigene Art.

Bergeidechse: Sie ist braun und sehr klein, ausnahmsweise wurde auf der Alp Punteglias ein Schwärzling gefunden. Der Schwanz bleibt fast bis hinten dick. Sie kommt in der ganzen Schweiz vor, von 300-2600 Meter.

Zauneidechse: Das Männchen hat grüne Flanken, bei Weibchen fehlt dieses Grün. Im untersten Teil vom Engadin ist sie eher grösser als im Norden Graubündens.

Ringelnatter: Auffällig sind die senkrechten schwarzen Streifen an der Seite. Das gelbe «Krönchen» fällt nur bei den jungen Bündner Ringelnattern auf. Es gibt schwarze Ringelnattern, vor allem im Misox und Calancatal. Aus Eiern schlüpfende Reptilien wie die Ringelnattern besitzen im Ei einen Eizahn, um einen Schlitz ins Ei zu machen. Sie brauchen einen halben bis ganzen Tag zum Schlüpfen. Wenn man sie stört, verschwinden sie wieder im Ei. Sie erscheinen nach dem Schlüpfen recht lang. Im Engadin gibt es sie nicht. Im Thurgau und nördlichen St. Gallen lebt eine eigene Art, die sich mit unserer nicht kreuzt.

Schlingnatter: Die Schlingnatter besitzt einen kleinen Kopf, man sieht auf dem Rücken eine doppelte Punktreihe. Sie ist selten aggressiv. Es hat wenig im Mittelland, weil die Strukturen fehlen. Auch im Oberengadin fehlt sie. Sie ist eine Reptilienfresserin.

Kreuzotter: Hans ist ein Fan von der Kreuzotter. Sie erscheint in verschiedenen Farben, wovon wir herrliche Fotos sehen können. Die Männchen vollführen einen Kampftanz, um einander abzudrängen. Das „Ei“ hat bei dieser Eier-lebendgebärenden Schlange ein dünnes, durchsichtiges Häutchen, das die Jungschlange schon sehr bald aufreisst. Die Kreuzotter ist in den Alpen verbreitet, vor allem im Engadin. Sie wurde aber in Graubünden noch nie unterhalb von 1100 m ü. M. beobachtet.

Die Mauereidechse ist in den Südtälern weit verbreitet. In Nordbünden ist sie leider eingeschleppt worden. Sie verdrängt da die einheimische Zauneidechse.

Engadin:

Es kommen die gleichen Arten vor wie in Nord- und Mittelbünden, ausser der Ringelnatter und der Mauereidechse. Die Schlingnatter breitet sich talaufwärts aus: Bis 1980 war der talaufwärts gesehen höchste Fundort in Zernez registriert worden, in den letzten Jahren ist die Schlingnatter nun auch schon zwischen Cinuos-chel und S-chanf gesehen worden.

Südtäler:

Aspisviper: Sie hat kleine Schuppen auf dem Kopf. Im Wallis konnte ein Fotograf einen Schlangenadler beobachten und fotografieren, der seine Jungen fast ausschliesslich mit Aspisvipern fütterte.

Zornnatter: Die Zornnatter ist schnell und scheu, aber auch gwundrig, so dass man sie mit etwas Geduld gut beobachten kann. Sie ist schwarz und hat kleine gelbgrüne Flecken. Wo immer sie vorkommt, ist sie meist die häufigste Schlange.

Smaragdeidechse: Das Männchen ist an der Kehle wunderbar blau. Ihre Verbreitung ist ähnlich wie bei der Zornnatter.

Äskulapnatter: Sie wird bei uns 1,5 bis 1.7 m lang, sie räumt auch Vogelnester und Nistkästen aus und hat eine ähnliche Verbreitung wie die Smaragdeidechse und die Zornnatter.

Würfelnatter: Diese ist rar in GR. Sie ist eng ans Wasser gebunden – eine reine Fischfresserin. In Graubünden kommt sie nur ganz unten im Puschlav und im Misox vor.

 

Es ist wichtig, dass man Reptilien- und Amphibienbeobachtungen meldet, damit man sich ein Bild machen kann über den Zustand und die Veränderungen. Dies kann man tun mit der Webfauna App, die es für iOS und für Android gibt oder über Ornitho.

Die karch ist die schweizweite Koordinationsstelle für den Schutz der einheimischen Reptilien und Amphibien und hat das Ziel, die Lebensbedingungen für diese in Zusammenarbeit mit den lokalen Mitarbeitern zu verbessern.

Mit 6 Bündner Charakterköpfen endet der Vortrag – 6 Köpfe von Echsen und Schlangen Graubündens.                       

Die etwa 50 Besucher des Vortrags waren sehr interessiert und fasziniert von den Ausführungen von Hans Schmocker. Die Anekdoten, die originellen Bilder und witzigen Vergleiche lösten immer wieder Heiterkeit aus. Danke, Hans.

Rita Tanner