Der Besuch des Museums war für alle ein Erlebnis. Es spricht die verschiedensten Interessen an. Man bekommt einen bildhaften Eindruck, wie die Landschaft sich vom Eis über die Auffüllung und Erosion zur Rheinebene, wie wir sie heute sehen, entwickelt hat, wie das Leben mit dem Rhein sich heute gestaltet und wie der Rhein vom stark mäandernden und immer wieder Überschwemmungen verursachenden Fluss ab dem 19. Jahrhundert zum gebändigten Gewässer wurde.

Man erfährt viele erstaunliche Tatsachen, beispielsweise, dass der Rhein jährlich 2 ½ Millionen Kubikmeter Geschiebe führt, was einer Zugkomposition in der Länge von Bregenz bis Gibraltar entsprechen würde.

Ein Teil des Museums ist dem Rhein-Bähnle gewidmet, mit dem die Gesellschaft in 35 Minuten auf den Rhein-Damm geführt wurde. Das Bähnle wurde als Transportmittel für das Baumaterial gebaut, das man für den Bau des Rheindammes zur Regulierung des Rheineinflusses in den Bodensee brauchte. Es holte das Material aus 30 Steinbrüchen in der Umgebung, welches dann in Spitzenzeiten von 1200 Arbeitern unter schwierigsten Bedingungen an Ort und Stelle verarbeitet wurde.

Nach der Fahrt mit ebendiesem Bähnle mit Apérogetränk wendeten wir uns dem Suchen und Beobachten von Vögeln zu. Auch das An- und Abziehen der Regenmontur nahm Zeit in Anspruch, denn zweimal wurden wir heftig übergossen.

Trotz dem recht hohen Wasserstand, fanden etliche Watvögel Schlickstellen, wo sie sich, emsig hin und her trippelnd, ihrer Futtersuche widmeten. Besonders erfreut waren wir über den Steinwälzer, der sich mit dem Kehren und Wegspicken von Steinen beschäftigte. Flussuferläufer, Alpenstrandläufer, ein Bruchwasserläufer, Bekassinen, ein grosser Brachvogel, Fluss- und Sandregenpfeifer, sie alle tummelten sich ebenfalls im Schlick, in Ufernähe schwamm eine einsame Eiderente und in den Bäumen, im Schwemmholz und im Schilf flogen allerlei Arten auf und narrten uns, indem sie sich wieder im Dickicht versteckten. Um welche Arten es sich handelte, ist aus der Artenliste am Schluss dieses Berichts ersichtlich.

Nach einer erneuten Dusche auf dem Rückweg wurde uns in der Fischerstube im Schleienloch ein herrlicher Zvieri spendiert. Auf der Heimfahrt wurde rege diskutiert, Tipps gegeben und geschlafen. Bereichert durch die vielen Eindrücke, drinnen im Museum und draussen in der Natur, verabschiedeten wir uns. Danke, Stefi, für die minuziöse Vorbereitung und die kompetente Leitung. Danke, Hermann, für die ruhige sichere Fahrt.

Artenliste

Alpenstrandläufer, Bachstelze, Bekassine, Blässhuhn, Bruchwasserläufer, Buchfink, Buntspecht, Distelfink, Eichelhäher, Eisvogel, Eiderente, Elster, Feldsperling, Fitis, Flussregenpfeifer, Flussuferläufer, Flussseeschwalbe, Grosser Brachvogel, Gänsesäger, Graureiher, Grauschnäpper, Grünschenkel, Haubentaucher, Höckerschwan, Knäkente, Kohlmeise, Kolbenente, Kormoran, Krickente, Lachmöwe, Mauersegler, Mäusebussard, Mehlschwabe, Rabenkrähe, Rauchschwalbe, Reiherente, Rohrammer, Rotschenkel, Sandregenpfeifer, Schafstelze, Schilfrohrsänger, Schnatterente, Schwarzhalstaucher, Star, Steinwälzer, Stockente, Teichhuhn, Teichrohrsänger, Mittelmeermöwe, Weissstorch, Zaunkönig, Zilpzalp, Zwergstrandläufer, Zwergtaucher. Total: 55 Arten