Werner ist 1940 in Schlesien geboren, besuchte das Technikum für Physik und Chemie im Süddeutschen Isny, kam 1964 nach Graubünden und wohnt seit 1972 in Tamins. Seit frühester Kindheit hat er eine tiefe Liebe zur Natur, immer wieder aufs Neue zu entdecken, zu bewundern und zu bewahren, so auch der Titel seines Buches mit wunderbaren Schmetterlings- und Pflanzen-Fotografien, erschienen im Terra Grischuna Verlag. Aber wir gehen jetzt mit dem Sessellift die 500m hinauf zum Mutta um mit Werner diese Juwelen gemeinsam zu entdecken. Schon auf der Fahrt erblicken wir herrliche Wiesen mit dem leuchtenden Weiss der Paradieslilie. Der Zitronengirlitz begrüsst uns mit seiner metallischen Stimme und oben angekommen liegt Poplutz uns zu Füssen, um uns das gemeine Fettblatt näher zu bringen. Keine vegetarische Pflanze, denn als Carnivorus hat er sich für Kleininsekten entschieden. Auf den klebrigen Blättern werden Trauermücken durch Enzyme verdaut. Werner hat von Beginn weg Feuer und Flamme für Flora und Fauna auf die Teilnehmer übertragen und er zeigt Schritt auf Schritt weitere interessante Blumen: Tormentill, Thymian, Labkraut, Wiesenkreuzblume oder das Langspornige Stiefmütterchen, für einige eine Neuentdeckung. Alpenhelm, als Seltenheit, den Rätischen Pippau, das Quirlblättrige Läusekraut, verschiedene Orchideen wie Weissorchis, das gefleckte und auch das blutrote Knabenkraut, Bachnelkenwurz sowie der Gemeine Nelkenwurz. Und und und. Schmetterlinge waren etwas rarer, der kleine Fuchs war aber präsent, winzige „Eulen“ wurden entdeckt und bei diesem Stichwort konnte man die Ornithologen nicht mehr davon abhalten den Blick auf den Himmel zu richten, zumal ein Turmfalke über den Köpfen rüttelte oder ein Jungadler vorbeiflog. Das Klappern einer Grasmücke verlangte nach Aufmerksamkeit und ein tsrrrr des Alpenbirkenzeisigs wollte auch gehört werden. Allgegenwärtig die Bergpieper, einige Ringdrosseln, Hänflinge und Heckenbraunellen ergänzten die Bergvogelwelt. Doch zurück zu den Faltern: an einem Bächlein sollte der Schwarze Apollo erscheinen, aber ohne Sonne will dieser wärmeliebende Pipolder nicht fliegen und auch Poplutz mit dem eigenen Beinamen „Apollo“ kann ihn nicht herbeizaubern. Bei der Emser Skihütte rasten wir, nicht aus, sondern aus der Buckeltasche, denn die Wirtsleute wurden wahrscheinlich von der schlechten Wetterprognose abgeschreckt. Und so brauchten wir beim Aufbruch für kurze Zeit den Schirm, wir kamen aber mehrheitlich trocken durch den Tag. Nach Term Bel erreichen wir bald den „Leg Palus“ auf 1970m, wo uns ein auffliegender Vogel in helle Aufregung versetzte: Ein Waldwasserläufer drehte seine Runden, um wieder vor uns mit gebührendem Abstand im seichten Wasser zu landen und nach Futter zu suchen. Werner Poplutz holt uns mit dem Kleinen Perlmutterfalter wieder auf den Boden zurück, zeigt auf dem Teich das Fieberklee, (um uns diesen wieder zu senken?) Weitere Pflanzen und auch das herrliche Blühen der Alpenrosen begleiten uns um den Tgom Aulta herum, unsere Rundwanderung mit 5km und 150m Auf- und Abstieg. Es wäre nicht Poplutz, uns zum Abschluss nicht noch einen Schwalbenschwanz zu servieren, wohl denkend halb Vogel halb Schmetterling. Kurz vor 4Uhr bedankt sich unser Präsident bei Werner Poplutz für die spannende und unterhaltsam geführte Exkursion bevor einige sich im Beizli bei der Talstation ver“puppen“.

Im November dürfen wir uns auf den Vortrag von Werner Poplutz freuen, siehe Focus.

3. Juli 2016 Kari Zombori