Schon unterwegs hielten die Reisenden die Augen offen und entdeckten immer wieder Mäusebussarde, Graureiher und Möwen, die sich in den angrenzenden Wiesen aufhielten.

Das neue Besucherzentrum der Vogelwarte in Sempach beeindruckte schon von aussen mit seinem grosszügigen Lehmbau, dem ersten dieser Art in der Schweiz. Neugierig betraten wir das geräumige Foyer mit Holzdecke und Fensterwand zum See. Eine der Volièren grenzt an das Foyer, so dass man Kaffee trinkend einheimische Vögel beobachten kann, die entweder aus der Pflegestation stammen oder aus Zuchten, wie Rebhühner, Kiebitze und Turteltauben. Die Umgebung ist naturnah und beispielhaft gestaltet und lädt ein zum Flanieren und Geniessen.
Felix Tobler, der Leiter des Besuchszentrums, begrüsst uns und wir erfahren viel Interessantes über die Vision und den Bau, unter anderem dass die Anlage die Anforderungen für das Label Minergie P und Eco erfüllt.

Von der Ausstellung sind alle fasziniert und begeistert. Sie spricht alle Sinne an, ist sehr persönlich und auch witzig aufgemacht. Der 40 minütige Film über die heimische Vogelwelt hat eine Auszeichnung verdient und ist unbedingt zu empfehlen.

In der interaktiven Erlebniswelt „Überleben“ vergisst man sich und taucht in die Welt der Vögel ein, erlebt so ein Vogelleben mit, freut sich, staunt, erschrickt und entscheidet sich. Den Eingang bildet ein riesiges Ei. Vor dem Betreten wird man beringt, um dann am Ende dieses „Vogelleben-Umgangs“ als Mitglied einer Vogelart herauszukommen, welche aus den Informationen des Rings berechnet wurde. Man sah viele zufriedene Gesichter und auch ein paar ratlose, wenn ihnen „ihre“ Vogelart doch ein wenig zu farbig oder zu laut, zu sportlich oder zu fremd vorkam. Zu heiteren Gesprächen hat es jedenfalls geführt und vielleicht hat sich der eine oder die andere gedacht: „Und er passt halt doch zu ihm!“

Eine dritte Ausstellung widmet sich der Stimme und dem Gesang, die „Singfonie“. Ein männlicher Roboter und eine weibliche Roboterin führen die Besucher in die Kommunikation der Vogelwelt ein. Noch vieles wäre zu berichten aus diesem vielfältigen Zentrum, am besten planen Sie selbst einen Besuch.

Am Mittag ging die Fahrt weiter nach Unterlunkhofen an den Flachsee, ein Biotop von nationaler Bedeutung. Die Stauung der Reuss wurde bei der Renovation im Jahre 1975 bewusst als Wasservogelreservat gestaltet. Bei den Vögeln scheint der Ort bekannt zu sein, so dass wir nicht lange suchen mussten, um verschiedenste Arten zu entdecken. Bezaubert waren wir von den Bekassinen, die mit ihren langen geraden Schnäbeln im Gras nach Leckerbissen suchten. Die kleinen Zwergtaucher, die unermüdlich nach Fressbarem tauchten, die Goldammern, die im Baum am Ufer hin und her flogen, Schwanzmeisen, ganze Cliquen von Krickenten, Mittelmeermöwen und Graugänse freuten uns gleichermassen wie die Schnatterenten, Löffelenten, Brandgans, Teichhühner und noch viele mehr, im Gesamten etwa 46 Arten.

Im Restaurant Hecht wurden uns Kuchen und Kaffee serviert, so dass wir uns gestärkt und zufrieden auf den Heimweg machen konnten. Im Bus erhielten wir dann noch eine besondere Kostprobe von Simons Gesangs- und Dichtkunst, die er als Dank für Stefi, der die ganze Exkursion wieder vorbildlich organisiert und eingefädelt hatte, zum Besten gab. Wir schliessen uns diesem Dank an. Auch Sergio, unserem privaten, vertrauenswürdigen und humorvollen Chauffeur, gehört unsere Dankbarkeit.

Artenliste

Höckerschwan, Graugans, Brandgans, Stockente, Schnatterente, Spiessente, Pfeifente, Krickente, Tafelente, Reiherente, Gänsesäger, Zwergtaucher, Haubentaucher, Kormoran, Silberreiher, Graureiher, Weisstorch, Rotmilan, Mäusebussard, Turmfalke, Teichhuhn, Blässhuhn, Kiebitz, Bekassine, Lachmöwe, Mittelmeermöwe, Schwarzspecht, Grünspecht, Bachstelze, Singdrossel, Wacholderdrossel, Amsel, Rotkehlchen, Zaunkönig, Kohlmeise, Blaumeise, Schwanzmeise, Kleiber, Elster, Dohle, Rabenkrähe, Star, Haussperling, Feldsperling, Buchfink.

Total 45 Vogelarten beobachtet.